Blogbeitrag: Wie gehen wir eigentlich miteinander um?

Wie gehen wir eigentlich miteinander um?

In meinen Seminaren und Workshops zucke ich immer wieder zusammen, wenn ich höre, wie Teilnehmerinnen und Teilnehmer miteinander umgehen. Da fallen Sätze wie „Stell dich nicht so an!“ oder „Wie kann man nur so blöd sein?“ etc. An diesen Stellen merke ich bei mir, dass ich solche Sätze auch von mir gut kenne. Gleichzeitig kenne ich das Gefühl von Minderwertigkeit, die solche Sätze in mir auslösen und auslösten, wenn ich sie hör(t)e. Durch eine größere Krise in meinem Leben, in der es sehr auch um das Gewinnen und Verlieren ging, wuchs in mir die Frage: „Warum gehen wir eigentlich so miteinander um?“ Warum fühlen wir uns groß, wenn wir andere klein machen? Warum wollen wir besser sein? Uns an anderen messen? Möglichst immer gewinnen? Gibt es einen anderen Weg zu „gewinnen“ als den, dass andere etwas verlieren?

In dieser Krise stieß ich auf einige interessante Bücher und Gedanken, aus denen ich im Laufe der Jahre Kraft schöpfte, wie z. B. Nikolaus Enkelmann, Louise L. Hay, Wayne Dyer, Doreen Virtue und andere. Darin geht es immer wieder darum, dass man zunächst mit sich selbst achtsam, wertschätzend, fried- und liebevoll umgehen soll. In den o. a. Büchern und dem Buch „The Law of Attraction“ geht es darum, dass ich immer genau das anziehe, was ich auch aussende. Am Anfang dachte ich: „So ein Quatsch!“, was soll da schon dran sein? Wobei… irgendwo in meinem Inneren hat es doch etwas angesprochen. Nach einigen aufmunternden Geschichten von Nikolaus B. Enkelmann las ich einige Bücher von Pierre Franckh. Dort schrieb er immer wieder von einem bekannten Gebet, dass ich unterscheiden lerne, was ich ändern kann und was nicht und mit dem anzufangen, was ich ändern kann, anstatt mich über das aufzuregen, was ich sowieso nicht ändern kann. Dieser Ansatz hilft mir seitdem häufig weiter, insbesondere dann, wenn ich in meinen „Jammer-Zustand“ verfiel und verfalle (zum Glück in letzter Zeit immer seltener :-)) und mir vor Augen führe, was alles nicht klappt oder was ich nicht habe etc. Das „Problem“ daran ist, je mehr ich über das jammere, was ich gerade nicht in meinem Leben habe, desto mehr ziehe ich auch das an. Je mehr ich mich an dem freue, was ich gerade habe und dafür aufrichtig dankbar bin, umsomehr findet es in meinem Leben statt. Und wenn ich mit mir selbst unzufrieden bin, sehe ich auch mehr das, was mir an anderen nicht gefällt. Im extremen Fall „mache ich andere runter“ – damit es mir besser geht? Gerade durch die diversen Bücher ist mir klar geworden, dass das, was ich in anderen sehe, auch ein Spiegel ist für mich ist, z. B. für meine eigenen Unzulänglichkeiten. Auch dies war ein langer Weg für mich und ich habe gemerkt, dass ich in dem Moment, in dem ich mich liebevoll betrachte, ich andere auch viel liebevoller betrachten kann. Und liebevoll meine ich im Sinne von Nächstenliebe, auch im Sinne den anderen genau so in seinem Wert schätzen, wie sie oder er hier ist. Ob das immer leicht ist, darüber können wir uns gerne austauschen. Im Laufe der Zeit bin ich auch immer mehr dazu gekommen, eher das Positive zu sehen als das Negative und mir lieber eine positiven Ausgang einer Situation oder Begebenheit vorzustellen als einen negativen. Das, was mit dem „Parkplatz wünschen“ begann, habe ich mittlerweile auch auf andere Situationen übertragen – mit prima Erfolg! Und so las ich immer mehr Bücher, wie z. B. „Jetzt!“ oder „The Secret“. Was mir dabei immer wieder auffällt ist, dass es in allen diesen Büchern darum geht, eher positiv eingestellt zu sein als negativ. Sich eher für die Dinge zu bedanken, die gut laufen als sich über die aufzuregen, die nicht so gut laufen. Mittlerweile fällt es mir schwer, an Unterhaltungen teilzunehmen, in denen sich andere über die verschiedensten Dinge beklagen, ebenso wie man sich über andere Personen beklagt und auch mit sich selbst wenig freundlich umgeht. Was mir lange Zeit noch nicht so klar war ist, was für eine große Rolle es spielt, wie ich mit mir selbst umgeht, welche Gedanken ich denke.

Und damit möchte ich den Kreis zu meinem Eingangsgedanken schließen: Ändern kann ich mich und meine Einstellung. Ich habe es nicht in der Hand, wie andere mit mir und über mich sprechen. Beeinflussen kann ich, wie ich über andere denke und über sie spreche. Sind es eher positive Sätze? Oder denke ich heimlich doch: „So ein Trottel!“? In dem Moment, in dem ich beginne, den anderen nicht mehr zu bewerten, sondern mich höchstens über seine Andersartigkeit wundern, habe ich ihm gegenüber schon eine andere Einstellung. Da wir körpersprachlich viel mehr aufnehmen, was andere von uns denken, strahlt mein Körper auch diese positivere Haltung aus – und das kommt dann meist zu mir zurück.

Mein Vorschlag für heute ist: Üben wir jeden Tag an den unterschiedlichsten Stellen, das zu ändern, was wir ändern können – unsere Einstellung zu uns und anderen und unseren Blick auf andere. Üben wir so oft es geht, auf abfällige Bemerkungen zu verzichten und diese im Laufe der Zeit zu ersetzen durch innere Sätze wie „Ist ja interessant, diese Sicht.“ – möglichst ohne ironischen Unterton.

Für heute mache ich hier einen Punkt hinter meinen ersten Blogbeitrag. In der Kürze liegt die Würze und ich selbst liebe kurze Newsletter und kurze Videobeiträge, aus denen ich kurz und prägnant einen oder maximal zwei Gedanken mitnehme und diese in mir wirken lasse. Diesen Blog werde ich fortsetzen mit kurzen Impulsen mal zu persönlichen Erlebnissen, mal zu „Techniken“, die mich weiter gebracht haben. Ich freue mich über Rückmeldungen, gerne an info@dernick.eu.

Für alle, die Fragen haben, gibt es mein neues Angebot: Guter Rat ist kostenlos – immer mittwochs von 18 bis 19 Uhr, per Telefon (02232157601 bzw. 01728737094) oder Skype (Annette Dernick).

Bis bald, Annette Dernick


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